Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Die Kunst, im Zweifeln nicht zu verzweifeln

Wie oft zweifeln wir doch daran, ob etwas wahr ist, sei es, ob die Nudeln wirklich „al dente“ gekocht sind oder der Herd tatsächlich ausgeschaltet ist. Dies sind Beispiele für Zweifel an einfachen überprüfbaren Tatsachen. Aber man kann auch an seiner Entscheidung zweifeln. Habe ich genug für die Klassenarbeit gelernt? Genauso kann man auch an der Wahrheit einer Aussage zweifeln, besonders jetzt in Zeiten von Corona. Manchmal zweifeln wir aber auch an Personen, hinterfragen, ob uns dieser Freund oder diese Freundin wirklich mag. Nicht selten kommt es vor, dass wir an uns selbst zweifeln.

 

Oft machen uns Zweifel richtig fertig. Und doch haben Zweifel auch etwas Gutes. Denn sie geben sich nicht mit dem Augenscheinlichen zufrieden, sondern helfen uns bei der Wahrheitsfindung. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Social Media passiert es uns, dass wir unsere Meinung einfach nur nach dem Mainstream richten, nach dem, was eben alle sagen. Aber wenn uns der Zweifel dazu anspornt, die Wahrheit noch mehr herauszufinden, dann sollten wir unsere Zweifel zulassen und sie ernst nehmen.

 

Wie sieht es denn eigentlich mit Gott aus? Dürfen wir an Gott zweifeln? Es gibt Tage, an denen auch ich mich frage, warum ein liebender Gott schweigt, wenn ich auf die Ungerechtigkeiten der Welt schaue. Das fordert mich manchmal heraus. Gott ist nämlich nicht so einfach zu überprüfen wie die Nudeln im Kochtopf. Und dann gibt es ja auch viele Meinungen darüber, wer oder wie Gott ist. Papst Franziskus sagt uns diesbezüglich: „Habt keine Angst vor den Zweifeln!“. Er rät uns, dabei Gott unsere Zweifel offen zu sagen, denn das sei „ein schönes Gebet“ (Quelle: vaticannews.va). Von daher ist auch hier zweifeln erlaubt und sogar erwünscht, denn gerade dies hält den Glauben lebendig.

 

Maik Mucha

Foto: pixabay.com

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