Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

"Ich will dich segnen und Du sollst ein Segen sein!"

Der Abiturjahrgang 2020 verabschiedet sich von St. Anna

So wie in der ganzen Republik ist auch die Schule seit dem „Lockdown“ im März 2020 auf einem sehr langsamen Weg in die „neue Normalität“ und daher konnte die Abiturfeier, wie auch der gesamte Abschluss des aktuellen Abiturjahrgangs 2020 nicht so stattdfinden, wie es an St. Anna Tradition ist. Keine Mottowoche, keine rauschenden Partys, kein letzter Schultag, eine verschobene Abiprüfung, kein Abiball, keine anschließende Nacht im Club bis in den frühen Morgen. Trotzdem bekamen die Abiturientinnen und Abiturienten in einer würdevollen und stimmigen Abschlussfeier aus den Händen der Schulleitung ihre Abschlusszeugnisse. In drei Blöcken aufgeteilt. Mit Mundschutz und Abstand und ohne einen feierlichen Händedruck, der Sektempfang entfiel genauso, wie die letzten Unterhaltungen mit den alten Schulkamerad*innen und dem vertrauten Lehrpersonal. So ist das eben in der „neuen Normalität“.

 

Das Stufenleitungsteam, Gisela Müller und Phillipp Hannig, eröffnete den Regen der Redner. Sie erinnerten sich an ihre eigene Schulzeit an St. Anna. Frau Müller war damals schon klar, dass sie auch Lehrerin werden wollte, während Herr Hannig doch erst später auf den Geschmack gekommen ist. Sie schauten zurück auf die Jahre mit ihrer Stufe; einige Schülerinnen und Schüler kannte Frau Müller seit der 5. Klasse. Und die beiden bescheinigten der Jahrgangsstufe, dass sie in der Tat eine Entwicklung hinter sich hätten und nun vor neuen Herausforderungen stünden. Verbunden mit den besten Wünschen merkte Frau Müller an, dass sich der eine oder die andere ja auch in ein paar Jahren als Kollege oder Kollegin am Rednerpult bei einer Abiturfeier wiederfinden könnte. Wenn das mal keine guten Aussichten sind!

 

Pauline Moser sprach für ihre Stufe. Sie reflektierte nicht nur die Corona Krise, mit all ihren Unsicherheiten, Unpässlichkeiten und dem, was man durch diese Krise nicht machen und erleben konnte.  Sie fragte sich, was in den acht Jahren an St. Anna noch so alles passiert sei und verband dies mit der Frage, was Schulzeit an St. Anna bedeute: Freundschaften, die Vermittlung eines Wertebildes, getragen werden, gehalten werden, wenn man mal gefallen ist, die Schule als ein Ort zur Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit und natürlich als ein Neuanfang, denn mit dem Abitur ende eben nur ein Lebensabschnitt von vielen. Der nächste folgt sogleich. Insgesamt, so Pauline, sei es eine schöne Zeit voller Anekdoten gewesen. Dabei konnte sie sich einen Seitenhieb auf ihren Deutsch LK-  und „Exklassenlehrer“ nicht verkneifen, der seine Schüler stets an seinem eigenen, an Anekdoten reichem Leben habe teilhaben lassen. Die „Golden 20s“, das Motto der Stufe, seien nun nicht vorbei, „sondern die beginnen nun erst.“ Damit und mit den besten Wünschen und einem klein bisschen Wehmut in der Stimme schloss Pauline ihre schöne und emotionale Rede. 

 

Nachdem erneut Musik erklang (Lars und Lena Herbold, Violine, sowie Marietta Müller, Cello) ergriff Schulleiter Benedikt Stratmann das Wort. Auch er machte zunächst die Corona Krise zum Thema. Vieles, was als selbstverständlich gelte, habe sich eben in der Krise gar nicht als so selbstverständlich erwiesen. Es musste ad hoc geplant, umgestellt, neu gedacht und dann doch wieder anders organisiert werden. Und dass man eben doch eine würdige Abiturfeier durchführen könne, sei eben eine Folge dieser ständigen Neuorientierung in der Krise. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler das Gefühl haben könnten, „dass ihnen etwas geraubt wurde“ ergäben sich doch aus dem bestandenen Abitur „alle Möglichkeiten“. Stratmann sprach allerdings nicht nur von den Möglichkeiten. Viel wichtiger seinen die Entscheidungen, die man nun treffen muss und daher hätten die Abiturientinnen und Abiturienten nun die Wahl zwischen Alternativen, die sie jedoch bewusst treffen müssten. „Machen Sie, was Sie für richtig halten.“ Final müsse keine Entscheidung sein, die Diskussion und die Debatte darüber gehöre jedoch dazu. Dass der Mensch als Ebenbild Gottes gilt und damit auch eine große Verantwortung einhergeht, zeige die aktuelle Debatte um den Rassismus, nicht nur in den USA. Stratmann ermunterte und erinnerte, dass alle Menschen gleich seien, egal welcher Herkunft, welcher Hautfarbe, welche Religion sie ausübten und welche sexuelle Orientierung sie hätten. Dies solle den jungen Menschen stets bewusst sein. Denn dies stehe für das, was uns Menschen ausmache. Er wünschte den Abiturientinnen und Abiturienten alles Gute auf deren weiteren Weg in die Zukunft.

 

Es folgte die ungewohnte Übergabe der Zeugnisse. Und dabei gab es auch wie immer ein dickes Lob für außergewöhnliche Leistungen z.B. in den Naturwissenschaften und es war auch wieder der eine oder andere sehr erfreuliche 1,0 Notenschnitt dabei. 

 

Den Abschluss machte Armin Lange, der evangelische Schulseelsorger. Bevor er die Abiturientinnen und Abiturienten mit Gottes Segen in die gewonnen Freiheit entließ, sprach er kurz den alttestamentarischen Abraham an, den Gott im hohem Alter dazu aufforderte, noch einmal neu anzufangen. Auch wenn die Abiturienntinnen und Abiturienten noch lange nicht im hohen Alter seien, so sei der Abschluss der Schullaufbahn doch auch ein Neuanfang. Und dabei gelte, was Gott Abraham mit auf den Weg gegeben habe: „Ich will dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“ Lange wünschte den Schülern, dass sie irgendwann auf ihr Leben zurückblicken und feststellen könnten, dass das, was sie getan hätten, nicht nur für sie gut war, sondern auch für andere.

 

So endete eine ungewöhnliche Abiturfeier in merkwürdigen Zeiten doch stimmig und in Würde. Auch die Webredaktion schließt sich den Gratulationen und den besten Wünschen für die Zukunft an!

 

Text & Fotos: Oliver Thüner

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